Die Designer


Haldane Martin - Design-Philosoph und Weltverbesserer 


Nach der größten Herausforderung in seinem Beruf gefragt, antwortet Haldane Martin entwaffnend ehrlich: Stücke zu erschaffen, an die man sich erinnert. Ein zweites Credo: „Im Geschäft zu bleiben, ohne meine Menschlichkeit zu verlieren.“


Dem 1970 in Johannesburg Geborenen ist das offensichtlich gelungen. Kunden rund um den Globus schätzen inzwischen seine preisgekrönten Arbeiten. In Südafrika wird der studierte Architekt und Industriedesigner schon als Ikone verehrt und mit Auszeichnungen überhäuft – darunter mit dem „Green Innovation Award“, dem renommierten SABS DISA Award oder mehrfach als „Elle Decor Designer of the Year“. 


Edle lokale Materialien, adaptierte traditionelle Handwerkstechniken oder landschaftliche Inspirationen – jeder seiner Entwürfe spiegelt Afrika. Design, das der Seele schmeichelt. 


James Mudge - Der Holz-Poet

 

James Mudge hat Holz im Blut! In seinen eleganten, sorgfältig durchkomponierten Möbeln finden sich weder Schrauben noch Nägel. Der Spross einer südafrikanischen Möbeldynastie nutzt ausschließlich Massivholz, das er mit jahrhundertealten Techniken verarbeitet: er klebt, nutet, falzt. Das ist aufwendig, erfordert Zeit und absolute Präzision. 

 

Es gibt weltweit nicht mehr viele Schreiner, die diese hohe Handwerkskunst beherrschen. Und so nahm den studierten Architekten das exklusive Modelabel Ralph Lauren unter Vertrag. Zwei Jahre lang designte und baute Mudge die Inneneinrichtungen seiner Boutiquen in London und Paris. Dann kehrte er zurück und eröffnete in Afrika seine eigene Manufaktur. 

 

"Elle Deco“ ist von seinen zeitlos modernen Möbeln so beeindruckt, dass sie ihm den Titel „Designer of the Year“ verleiht. 


John Vogel - Dreidimensionale Design-Geschichten 

 

Skandinavische Ästhetik mit afrikanischem Flair. Diese einmalige Design-Fusion ist das Markenzeichen von John Vogel. Auch Vogel hat seine beruflichen Wurzeln in der Architektur. Heute zählt er zu den erfolgreichsten Designern des Kontinents. 

 

Eine Sonnenliege, die subtil an eine Gottesanbeterin erinnert - ein besonders graziles afrikanisches Insekt. Ein eleganter Wandschmuck wie ein stilisiertes Nguni-Gehörn – angeregt von den großen Rinderherden, die durch die Weiten Botswanas ziehen. Es ist unübersehbar, woher Vogel seine Inspiration bezieht. Er selbst beschreibt sich als  "dreidimensionaler Geschichtenerzähler". Geschichten aus einem Afrika, das auch dank der Entwürfe Vogels eine neue Sprache findet.

 

Vogels bevorzugtes Material ist Holz. Darauf gründet sich auch sein nachhaltiges Geschäftsmodell. 

 

Für jedes verkaufte Produkt spendet die kleine Manufaktur einen Anteil für Wiederaufforstungsprojekte. 


Willard Musarurwa - Meister der Leichtigkeit

 

Auch Google hatte ihn auf seiner "Must-Have-Liste", als der Konzern seine Dependance in Johannesburg einrichtete: Willard Musarurwa. Der gebürtige Zimbabwer fertigte für den Internetgiganten ungewöhnliche Tische, Stühle und Sessel - in traditioneller Handarbeit, farbenfroh und umweltfreundlich.

 

Musarurwas Entwürfe sind typisch für zeitgenössisches afrikanisches Design: Recycling-Material trifft auf eine Basis aus jahrhundertealter Verarbeitungstradition. "Feeling African" heißt deshalb auch sein Label. Schon drei Jahre nach Eröffnung seines Studios wird eines seiner Designs auf die Liste "der schönsten Objekte in Südafrika" gewählt.


Peta-Lee - Neue Definition von Wohndesign 

 

Plaids und Kissen, die weltweit ihresgleichen suchen - einzigartige Kreationen aus extrafeinem Filz sind das Markenzeichen der Johannesburger Künstlerin Peta-Lee Woolf. 

In ihrem kleinen Atelier wird zunächst Merinowolle höchster Qualität von südafrikanischen Farmen per Hand aufwendig ausgekämmt.

 

Auch der anschließende Filzprozess ist reine Handarbeit und dauert mehrere Tage. 

Ob Dreadlock-Kissen oder Bubble-Decke – die studierte Modedesignerin definiert das Design von Wohnaccesoires neu. Dieser unvergleichlichen Ästhetik gehört die Zukunft – das meint auch die renommierte niederländische Trendforscherin Li Edelkoort und adelte Peta-Lee mit einem Eintrag in ihrem Trend-Tablet.   

 

Und was besonders zukunftsträchtig ist: Peta-Lee bildet in Ihrem Atelier vor allem junge, alleinerziehende Mütter aus.


Sandy Godwin - Kunstvoll abgebrannt 

 

Es war einmal ... als die zarten Spitzenhandschuhe ihrer Großmutter Sandy Godwins Leidenschaft für filigrane Spitze entfachten. Sandy war so beeindruckt, dass sie als junges Mädchen begann, selbst Spitzen zu häkeln. 

 

Heute verbrennt sie nicht selten sogar antike Exemplare in ihrem Töpferofen – mit einzigartigen Ergebnissen, die ihr internationale Ausstellungen und einen Dauerplatz im Kunstmuseum Pretoria eingebracht haben.  

 

Für ihre hauchzarten Porzellanschalen oder ungewöhnlichen Keramikteller verarbeitet die preisgekrönte Johannesburgerin immer wieder feinste Spitzen. Die werden entweder in aufwendiger Handarbeit auf die Unikate aufgetragen oder in flüssige Porzellanmasse getaucht. Bei mehr als 1200 Grad im Brennofen verbrennt dann die Spitze – zurück bleibt eine unverwechselbare Oberflächenstruktur auf millimeterfeiner Keramik.


Vir Panesar – Kühnes Design

Vir Panesar gehört zu einer neuen Generation kenianischer Designer: modern, selbstbewusst, global verortet. Wie so oft in Afrika ist auch der Mittzwanziger Vir gleichzeitig Designer und Produktionschef.  

 

Nach dem Managementstudium in Großbritannien übernimmt Vir Panesar die Geschäftsführung der fast 70 Jahre alten Möbel-Manufaktur. Sein indischer Großvater hatte die Firma 1948 in Nairobi gegründet. Mit der kühnen Vision, mit feinsten handgearbeiteten Möbeln industriell hergestellter Massenware aus Europa die Stirn zu bieten. Er hat es tatsächlich geschafft! 

 

Heute ist der Möbelhersteller „zweifellos der beste in ganz Ostafrika“, meint Vir Panesar. Die Wirtschaftsprüfer von KPMG wählten die Manufaktur immerhin unter die Top-100-Unternehmen Ostafrikas. Weltweit schätzen Panesar-Kunden inzwischen die exquisite Qualität der Massivholzmöbel.


Adam Hoets - Luftige Designer-Lampen 

 

Es ist ein Trip durch Afrika, der Adam Hoets im Sinne des Wortes die Augen öffnet. Das Architektur-Studium in der Tasche durchstreift er ein Jahr lang seinen Kontinent. Hoets ist tief beeindruckt von der Schönheit der ursprünglichen Landstriche. 

  

Zurück in Südafrika arbeitet er zunächst als Architekt und gründet später Willowlamp – das Studio für exklusive, handgefertigte Lampen. Gerade zehn Jahre alt ist die Lampen-Manufaktur heute und hat doch schon viele Design-Preise gewonnen, zum Beispiel mehrfach als "Elle Décor lighting designer of the year" oder den "SABS design excellence award".  

 

Von New York bis Abu Dhabi, von London bis Taiwan schmückt die neue Leuchter-Generation Restaurants, Hotels und Privathäuser.


Obbligato - Schön natürlich 

 

Duftende Frangipani-Bäume, subtropische Temperaturen, warme Ozeanwellen – wie in keiner anderen südafrikanischen Großstadt spielt sich das Leben in Durban das ganze Jahr über "outdoors" ab. Und so musste Obbligato wohl zwangsläufig hier, am Indischen Ozean, gegründet werden. Die kleine Firma ist spezialisiert auf handgearbeitete Pflanztöpfe und Gartenmöbel.   

  

Elegante Konturen, moderne Ästhetik, präzise Handarbeit und ein Schuss Tradition – mit diesem Rezept hat Designerin Angela Bax selbst die berühmte Chelsea Flower Show in Großbritannien schon verzaubert. 


Kunye - Hoffnung dank Müll

 

Von der arbeitslosen jungen Frau ohne formelle Schulbildung zur Firmenchefin – eine Geschichte, wie sie häufig geschrieben wird in Afrika. Dieses Mal ist es Müll, der Patricia und ihre Mitstreiterin Jessica aus der Hoffnungslosigkeit geholt hat.  

  

Dieser Müll hat sie nicht reich gemacht. Aber immerhin reicht ihr kleines, regelmäßiges Einkommen der Gründerfirma bei Kapstadt, um ihrer Tochter das Studium zu finanzieren. Patricia und ihre Kollegin Jessica sind die Chefinnen von Kunye. 

 

Kunye verarbeitet Abfall von Fabriken oder Privathaushalten zu kleinen Kunstwerken. Und die sind inzwischen in Europa oder den USA genauso begehrt wie in Südafrika selbst. Gestartet wurde Kunye als Sozialprojekt Mitte der 1990er Jahre von Alison Coutras. Sie wollte einfach etwas tun gegen die Arbeitslosigkeit und Armut in ihrem Land. Inzwischen hat sie die Geschicke der kleinen Firma in die Hände von Patricia und Jessica gelegt. 


Okha – Avantgarde statt Massenware 


Spektakuläre Penthäuser oder extravagante Luxusvillen – wenn in Südafrika neue Standards der

Inneneinrichtung gefeiert werden, dann steht nicht selten der Name Okha dahinter. Das Label genießt den Ruf, afrikanischen Luxus geschickt zu individualisieren - mit sinnlich-subtiler Raffinesse.


Lustvolle, gefühlsbetonte Designästhetik plus Handwerkskunst, Qualität und Individualität – die Erfolgsformel des Designstudios aus Kapstadt. 


 

Kunstvoll tafeln – Begehrte Kreationen von Carrol Boyes

 

Nelson Mandela, Elton John, Madonna, Sting, Angelina Jolie, Sophia Loren oder Stones-Gitarrist Ron Wood – die Liste ihrer prominenten Kunden ist lang. Mit ihren markanten, lebensfrohen Kreationen erobert Carrol Boyes die edlen Tafeln dieser Welt genauso wie den designbewussten Alltags-Tisch.

 

Die südafrikanische Design-Ikone fertigt ihre begehrten Kreationen aus Zinn, Edelstahl, Chrom, Aluminium: Unverwechselbares Tafelgeschirr als Tischgespräch.